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Paul Eßer, geb. 1939 in Mönchengladbach, Kindheit in Österreich, Abitur in Mönchengladbach, Studium der Germanistik, Anglistik und Pädagodik in Köln, seit 1964 Lehrer- und Dozententätigkeit am Niederrhein und im Ausland, Promotion mit einer sprachphilosophischen Arbeit zur Identitätsbildung an der Uni Düsseldorf, von 1976 bis zur Pensionierung Arbeit als Studiendirektor in Viersen, Veröffentlichung von Romanen, Erzählungen, Gedichten und Essays in bisher achtzehn eigenen Büchern und zahlreichen Anthologien und Zeitschriften.

Eßer hat aus dem Spanischen und Portugiesischen übersetzt und hat selbst Lyrik in diesen Sprachen geschrieben, ebenso wie in Englisch und Niederfränkisch ("Platt"). Der Autor arbeitete in Jurys bei Literaturpreisvergaben und hat selbst verschiedene Literaturpreise erhalten (u.a. Nikolaus-Lenau-Preis, Kinder- und Jugendbuchpreis "Eberhard 97").
Biographisches zu Paul Eßer findet sich auch unter den Internetadressen:

Grupello Verlag: www.grupello.de
Wikipedia:www.wikipedia.de
NRW – Autoren im Netz: www.wlb.de
Literaturlexikon Rheinland-Pfalz: www.literatur-rlp.de
Autorenlexikon Mönchengladbach: www.hbz-nrw.de


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Ein Buchtipp von Thomas Frahm (2000):

Buchtipp
Paul Eßer vorgestellt von Thomas Frahm

Es begann alles mit einem Gespräch unter Kollegen. Klas Ewert Everwyn riet seinem niederrheinischen Kollegen, sich doch einmal mit dem Avlos Verlag in Verbindung zu setzen, um etwas gegen den Manuskriptestau in seinen Schubladen zu tun. Das tat Eßer denn auch, denn er ist – trotz seiner intellektuellen Kapazitäten – jemand, der Dinge gleich in die Hand nimmt und klärt.
Bei Telefongesprächen mit Autoren muss ich leider monoton eins wiederholen: Was ich brauchen kann, sind gute Regionalbuch-Manuskripte. Und die hatte Eßer. "Mythos Niederrhein" wurde unser erstes gemeinsames Buchprojekt, das sind Essays, die stilistisch brillant – nicht in die preiswerte Heimatkerbe hauen, sondern richtig kritisch zur Sache gehen. Obwohl ich sehr skeptisch war, ob das gehen könnte, machten wir das Buch. Ich ließ damals noch in Bulgarien drucken, und das hieß, ich fragte mich bei jedem neuen Buch zwei Dinge: Wie wird es aussehen und wann wird es ankommen. Es kam, um es kurz zu machen, wenige Tage nach einem etwa zeitgleichen Nervenzusammenbruch von Verleger und Autor und sah auch nicht so gut aus. Aber die 1. Auflage, 700 Stück, war trotzdem bald weg, die 2. sah besser aus, und die Nerven hielten auch wieder.
Inzwischen hatte ich erfahren können, was ein energiegeladener Autor in seiner Region so alles bewegen kann. Es war mir fast unbegreiflich, dass Eßer bei all seinen Aktivitäten und Erfolgen noch keinen festen Verlag gefunden haben sollte. Aber literarische Publikumsverlage sind am Niederrhein eher selten. Und wie ich einigen Begebenheiten entnehmen konnte, ist Eßers Schreibe vielen offenbar auch zu ungezähmt, zu impulsiv. Damit muss man als Verleger natürlich umgehen können – und wollen.
Mir gefiel auf Anhieb Eßers Wille zum Stil. Sein Wille und seine Kraft, poetische Bilder und Stimmungen mit Gedanken, Erinnerungen und einfach Erzähltem auf engstem Raum zu verdichten, das mochte ich einfach.
Dass der neue Roman "Dealer-Wallfahrt" ein richtiger Erfolg zu werden scheint, so was kann man trotz aller Vorarbeiten nicht planen. Plötzlich fangen halt die Medien an zu berichten, die Buchhändler haben bei ihren Lesungen mit Eßer volle Häuser und volle Kassen, und die Zuhörer (Lesungsbesucher habens ja oft schwer) gehen begeistert nach Hause.
Offenbar trifft Eßer einen Nerv, etwas, das mal geschrieben werden musste über den Niederrhein. Das ist gut so. Aber Eßer wird – und darauf bin ich stolz – nie eines dieser stromlinienförmigen Regionalerzählwerke schreiben, die nichts mehr wollen als gut unterhalten. Eßer ist ein Dichter von überregionaler Bedeutung, und das wird Buch für Buch deutlicher werden, da bin ich mir sicher.